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Moin zusammen.

ich hab für heute mal ein Thema, was mich an sich nicht wirklich nervt oder aufregt, aber die Story dahinter ist einfach so schön Klischee, dass ich dachte, ich bring das mal ein.

Es führt wohl kein Weg daran vorbei, dass man im Alltag immer noch ganz extrem diese fürchterliche Rollenverteilung "Männlich/Weiblich" erlebt. Warum ich da gerade jetzt drauf komme? Folgende Situation:

Ich bin mit meinen Kolleginnen auf einer Tagung im schönen Süddeutschland. Beruflich sind wir alle im Bereich Automotive angesiedelt und von Automobilzulieferern, bis über Automobilhersteller und Händlern ist alles in diesem Bereich vertreten. Ein besonderer Fakt zu diesen Tagungen, Seminaren und Messen  - 90% Männerüberschuss im Publikum und auf der Bühne.... und die 10% Frauen die übrig bleiben, sehen allesamt aus als seien Sie aus einem Modekatalog für Classic Business entsprungen. Kostüm, Blüschen, Rank und Schlank, Pumps und jede Menge Zuckerpuppensexapeal...

Kennt ihr das, dass in gewissen Branchen gefühlt die Frauen wirklich nur nach Ihrem Aussehen eingestellt werden? So nach dem Motto: "Hmm was sie kann ist egal, aber Hauptsache sie sieht gut aus!" Ich mein, ich bin relativ häufig bei Herstellern und Händlern unterwegs und auch in der Motosportszene viel dabei, aber bewusst habe ich dort noch nie eine hässliche Frau gesehen. Ich bin jetzt auch nicht unbedingt hässlich, aber definitiv fühle ich mich dabei oft "underhübscht".

Ich würde ja auch wirklich nichts sagen, wenn die guten Damen was auf dem Kasten hätten und man sich entsprechend mit ihnen unterhalten könnte, aber da kommt meist nichts Gutes bei raus. Entweder bekommen Sie ihre mit Lippenstift überfüllten Lippen nicht auseinander oder es kommt nichts Gescheites bei raus. So oder so, für Smalltalk nicht geeignet, außer man möchte sich über Schminktipps austauschen.

Das Gute an den wandelnden Kleiderständern ist aber, dass sie in den wenigsten Fällen das Buffet belagern. Nachteil daran, man fällt als normale Frau dann sehr schnell auf... Auf der anderen Seite ist es sehr Vorteilhaft, dass durch mangelndes Essen und Trinken diese Damen auch keine Schlange vor der Toilette bilden, da sie eher vorm Spiegel stehen. Punkt drei wäre dann noch, dass man ohne großen Aufwand die Trends der aktuellen Kollektionen quasi in live präsentiert bekommt und mal sich sehr gut aus der Menge hervorheben kann.

Während der Mangel an Frauen den ein oder anderen Mehrwert für anderen Frauen bietet, verleitet der Männerüberschuss die Herren aber ganz heftig dazu, zu Machos zu mutieren. Es ist mir unbegreiflich, wie Männer untereinander scheinbar immer denken "ich bin der absolut Geilste im Raum". Und das nicht nur untereinander in Männergesprächen - neeeeiiinnnn, sondern auch eiskalt in Ihren Vorträgen und vor uns Frauen.

Der Morgen hatte ja ganz entspannt angefangen und es gab den ein oder anderen interessanten Vortrag. Man hat mal mehr und mal weniger zugehört und gerade war so ein Moment, dass ich eher nur mit einem Ohr lauschte. Der Herr am Podium palabert vor sich hin und plötzlich  haut er raus: "Naja Sie kennen das ja. Prostituierte suchen Ihre Kunden ja auch lokal über Printmedien...." Ich musste mich erst einmal vergewissern, dass ich richtig zugehört hatte, aber das hatte er wirklich so gemeint. OK es ging im Zusammenhang um regionales Marketing und Kundenakquisition, den Vergleich fand ich schon relativ happig. Hätte er nicht ein anderes Beispiel nehmen können?

Es gab noch den ein oder anderen Seitenhieb der Vortragenden, aber als Frau überhört man einfach mal ganz gekonnt, wenn es zu sexistisch wird. Besser als die Modepüppchen, die mangels IQ über jeden Frauenfeindlichen Spruch mitgelachte haben, nur weil der Chef auch gelacht hat.

Was lernen wir daraus? Machos sind offenbar Rudeltiere. Sie treten hauptsächlich in Erscheinung wenn sie unter Ihresgleichen sind und sie sich profilieren können. Mit diesem Learning konnte dann die zweite Hälfte des Tages beginnen und wie das bei Männern nun mal so ist, nach dem Essen soll man ruhen oder tausend Schritte tun... Da wir alle zum Zuhören verdonnert waren und keine Möglichkeit für einen kleinen Verdauungsspaziergang gegeben war, saßen wir also alle in unseren Reihen und lauschten dem Vortrag.

Ich muss gestehen, dass ich selten etwas Langweiligeres gehört habe, aber so wie dem Herrn hinter mir ging es mir definitiv noch nie. Während Monsieur vorne vor sich hin faselte, ertönte aus der Reihe hinter mir ein leichtes Schnarchen. Na gut, leicht ist vielleicht untertrieben, es war eher ein sehr intensives und tiefes Schnarchen. Ich versuchte mich unauffällig umzudrehen, da ich schon ein gewissen Bild im Kopf habe und mir das Lachen ohnehin schon verkneifen muss. Der schüchterne Blick über die Schulter  gabmir dann den Rest. Hinter mir saß ungelogen ein etwas kräftiger Mann in seinen Stuhl gekuschelt und schlief. Er schlief nicht nur, er schnarchte auch monoton und genüsslich vor sich hin.

Schnell drehte ich mich wieder um um nicht lauthals los zu lachen. Gefühlt versuchte ich parallel die Luft anzuhalten, mich auf etwas hoch Ernstes zu konzentrieren und mich zusammen zu reißen, aber keine Chance. Kennt ihr das, wenn ihr absolut nicht laut los lachen solltet und euch fast der Kopf platzt weil es einfach zu lustig ist? Meiner Kollegin neben mir ging es nicht anders und gegenseitig machten wir es nur noch schlimmer. Mir wurde heiß, ich bekam keine Luft mehr und der einzige Weg das zu stoppen, war raus gehen. Vor dem Saal konnte ich mich dann erstmal austoben und herzhaft lachen. Dem gingen auch nach mir noch einige nach und gemeinsam standen wir dann vor der Tür und versuchten uns wieder abzuregen.

Der Tag ging dann endlich dem Ende zu und mein Kopf rauchte. Neun Stunden Hardcore Berieselung verschiedenster Themen, irgendwann wusste man schon nicht mehr wo man noch Informationen verstauen sollten. Letztendlich war ich froh, als wir endlich wieder nach einer turbulenten Fahrt am Flughafen ankamen. Nach dem Tag war nichts Ernsthaftes mehr von uns zu erwarten und das zeigte sich natürlich am Sicherheitscheck.

Vor uns ein nicht unbedingt schlecht aussehender Mann, der aufgefordert wurde sich seines Sackos, dem Gürtel und der Weste zu entledigen. An sich kein Thema und vollkommen normal, meine Kollegin fing aber prompt an "You can keep you hat on" zu summen, als er seine Gürtelschnalle öffnete und die gesamte Schlang brach in Lachen aus. Er hatte Gott sei Dank Humor, lachte mit und meinte nur "heute nicht" und zwinkerte uns zu. Lachflash Nummer zwei überlebt.

Zwischen meinem Bett und mir lagen also nur noch etwas Warten am Gate, eine Stunde Flug und die Heimfahrt. Warten am Gate ging schnell und wir hatten eine gute Sitzreihe relativ  weit vorne. Start ereignete sich ohne Probleme und keine Viertelstunde später ging es mit dem Service los. Wir Mädels hatten aus Spaß schon vorher gesagt, dass wir uns ein Sektchen gönnen für den anstrengenden Tag. Offensichtlich sah man uns das an, denn kaum kam die Stewardess zu uns, sagte sie schon "Na die Damen, darf's für Sie ein Sektchen sein?" Wir nickten zustimmend und erhielten unsere randvollen Gläser. Die Reihe hinter uns, wie wir später erfuhren, nicht am weiblichen Geschlecht interessierte Herren, taten es uns gleich. Offenbar hatte die Stewardess einen Faible für uns, denn als sie mit ihren Getränken den Rückweg antrat, leerte sie die Flasche noch einmal über unseren Gläsern aus und bescherte uns eine zweite Runde.

Flugzeug Wolken Ausblick Fliegen
Über den Wolken...

Mein Glück, dass ich mit dem Taxi unterwegs war. So zwei volle Gläser Sekt über den Wolken haben es doch ganz schön in sich. Dem entsprechend widmete ich meine Abendgestaltung nur noch schnell einer kühlen Dusche und einem raschen Weg ins Bett. Bestimmt würde ich am nächsten Tag wieder Bauchschmerzen haben vom vielen Lachen heute.

Hattet ihr das auch schon mal, dass ihr partout nicht aufhören konntet zu lachen und richtig Bauchweh davon bekommen habt? ich hoffe auf jeden Fall ihr hattet Spaß beim Lesen und lasst mal hören wovon euer letzter Lachflash war.

Viele Grüße











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